Arbeitsweise

werktstatt klein

Meine Skulpturen sind Unikate, sie werden frei modelliert, ich verwende also keine Formen o.ä..

Eine Besonderheit meiner Technik ist, dass der Beginn jeder Arbeit das Gesicht ist, die Gesamtskulptur entwickelt sich also aus diesem und um dieses Gesicht.

Größere Arbeiten werden in Teilen modelliert, wenn die Statik es erfordert, (ungebrannte Teile haben eine wesentlich geringere Tragkraft als schon gebrannte), werden tragende Teile auch vorgebrannt. Um diese Arbeitsweise zu ermöglichen, verwende ich stark mit Sand und Schamotte versetzte Massen, die beim Trocknen und Brennen wenig schwinden.

Durch den Einsatz von farbigen Sanden und Lehmen wird diese „Magerung“ auch zum Gestaltungsmittel. Es ergeben sich dadurch schöne Scherbenfarben und Körnungen. Nach dem Modellieren und Trocknen erfolgt i.d.R. ein niederer Vorbrand im Elektroofen bei 950°-1000°. Danach wird die Skulptur, oft zum ersten Mal, zusammengesetzt und eventuell durch Schleifen korrigiert.

Bei der Oberflächengestaltung verwende ich fast alle klassischen keramische Bearbeitungstechniken: Vor dem ersten Brand z.B. Stupfen, Ritzen, Knibistechnik (mit einem Modellierholz eingepresste Ornamente) und geschnittenes und aufgebautes Relief. Nach dem ersten Brand: Schleifen, Glasieren, Unter-, In- und Aufglasurmalerei.

Das Aufschmelzen der Glasuren und Farben erfolgt in verschiedenen Bränden bei Temperaturen von 1200° bis 850°. Bei einigen Plastiken können bis zu 5 Brände erforderlich sein, die dann von der höheren zur jeweils niederen Temperatur gestaffelt werden, da nur so ein vorhersehbares Ergebnis erzielt werden kann.

Malereien erfolgen direkt entweder frei oder auf einer freien Bleistiftvorzeichnung auf der Keramik. Die meisten meiner Farbtöne erhalte ich durch die Verwendung von Metalloxiden, wie Eisenoxid, Kupferoxid, Manganoxid, Titandioxid und Zinnoxid, selten verwende ich keramische Farbkörper.

Die Glasuren mische ich aus einer transparent glänzenden Basisglasur durch Zusätze von Mineralen und Oxiden selbst, erreiche so alle meine Farben und Abstufungen zwischen matt und glänzend, stelle den Schmelzbereich der Glasur ein und beeinflusse andere Eigenschaften, wie Rissigkeit, Rauhigkeit, Oberflächenspannung,usw..

Da meine Keramiken Unikate sind und ich mir das spontane Gestalten erhalten will, verwende ich keine festen Rezepturen und halte auch keine fest, sondern mische intuitiv für jedes Stück neu, (ich benutze deshalb auch keine Versatzwaage).

Eine Spezialität ist der Brand im mit Holz befeuerten Ofen. Hier wird die Keramik direkt der Wirkung von Flamme, Asche und schwankender Ofenatmosphäre ausgesetzt, was zu einem sehr lebendigen, archaischen Oberflächencharakter führt. Das Ergebnis ist dabei von so vielen nicht steuerbaren Parametern abhängig (bis hin zur Wetterlage, da diese den Ofenzug beeinflusst), dass es nur in etwa vorhersagbar und nicht reproduzierbar ist.

Zuletzt werden bei großen Arbeiten die Teile mit Stahlarmierten Beton verbunden. Dieser Beton wird unter Umständen mit Oxiden eingefärbt, (z.B. Rotbraun mit Eisenoxid).

Dies ist ein kurzer etwas vereinfachter Überblick über meine Arbeitsweise. Es ist jedoch so, dass jedes Stück doch seinen ganz eigenen Weg der Herstellung geht. Ich hoffe dadurch die Arbeiten auf eine gewisse Art zu beseelen. Es mag seltsam klingen, aber es ist mir schon so vorgekommen, dass ein Stück erst nach der Fertigstellung, also während der Tage des Aushärtens des letzten Mörtels, zu einem Ganzen geworden ist.